Liebe Piraten,

am Wochenende des 6. November war der Bundesvorstand in Dresden in Klausur. Gerne möchten wir euch ein wenig auf dem Laufenden halten, womit wir uns dort beschäftigt haben.

Uns erreichten auch Erzählungen, dass der Bundesvorstand wohl Klausuren lediglich dazu nutzen würde, sich auf Kosten der Partei ein schönes Wochenende zu machen. Solche Aussagen finde ich überaus anmaßend und verkennen vollständig das Engagement der Kollegen. Jeder von uns hat ein Leben, Freunde und Familie, und würde die Zeit am Wochenende gerne mit ihnen verbringen, anstatt für Klausuren quer durch die Republik zu reisen, sich gesundheitlichen Risiken und finanziellen Belastungen auszusetzen, und eine in der Regel überaus anstrengende Zeit zu verbringen, die üblicherweise Vorbereitungszeit in Anspruch nimmt und in den folgenden Tagen ein recht hohes Maß an Erholung einfordert. An dieser Stelle könnte der Bericht also enden, mit einem Verweis darauf, dass persönliche Treffen und Klausuren zur regelmäßigen Arbeit eines Bundesvorstands dazugehören, und im Gegensatz zu Sitzungen Klausuren eine notwendigen vertraulichen Rahmen erfordern und genießen, in dem der Bundesvorstand sich über Sichtweisen und Informationen austauscht, um sich gemeinsam ein Bild über die Lage der Partei zu machen und bisherige Entscheidungen aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten.

Im Wissen, dass es aber auch Piraten gibt, die die Arbeit des Bundesvorstands wertschätzen und mit Interesse verfolgen, wollten wir gerne auf das ein oder andere Thema den Fokus legen, das wir bei unserer Klausur diskutiert haben. Natürlich haben wir viel mehr Herausforderungen vor uns, als dieser kleine Ausschnitt ausdrücken mag, dessen sind wir uns bewusst und haben das auf dem Radar.

Hauptzweck der Klausur war das einander Treffen und persönliche Gespräch, das Ausbilden von Vertrauen und die Stärkung einer gemeinsamen Arbeitsgrundlage. Gerade in den Zeiten, in denen viele Veranstaltungen ausfallen, auf denen sich sonst immer wieder Gruppen von Bundesvorständen trafen, muss aktiv eine solche Gelegenheit geschaffen werden. Während früher zwei oder mehr Klausuren in einer Amtszeit sinnvoll und notwendig waren, so kann man erahnen, welche Auswirkungen seltenere persönliche Treffen auch auf Organisationseinheiten wie den Bundesvorstand haben, in dem viele gegenseitigen Abhängigkeitsbeziehungen vorherrschen, damit wir als Team gute Arbeit abliefern. Weitere Themen waren unter anderem die folgenden.

Parteistruktur

Zur Einordnung unserer Aufgaben und Themen drehte es sich in einer Session um die Struktur der Partei. Man kann die Tätigkeitsbereiche und Aufgaben einer Partei als im Kern einer von vier Säulen zugehörig betrachten.

  • Organisation
  • Kommunikation
  • Campaigning
  • Politische Willensbildung

Genauere Ausführungen dazu, was diese vier Säulen sind, finden sich hier.

Betrachtet man die Aufgaben, die bisher angegangen wurden, und überlegt, welchen der vier Säulen sie zugeordnet werden müssten, so wird man feststellen, dass eine deutliche Unwucht vorliegt. Insbesondere die politischen Vorstände, in diesem Bundesvorstand eine Minderheit, stehen somit vor der Aufgabe, sich intensiver als bisher um die drei Säulen Kommunikation, Campaigning und politische Willensbildung zu kümmern.

Wertekompass für die Aussenkommunikation

Um möglichst vielen Mitgliedern die Möglichkeit zur Mitarbeit in der SG Öffentlichkeitsarbeit zu bieten, aber gleichzeitig als Partei ein abgestimmtes Außenbild abzugeben, muss man sich über geteilte Werte verständigen, die man nach außen tragen möchte. Auch in der Partei sollten diese Werte geteilt werden. (Dieser Satz bezieht sich auf die Öffentlichkeitsarbeit. Da er aber fehlinterpretiert wurde, bzw trotz persönlicher erklärender Erläuterungen in Diskussionen für andere Zwecke instrumentalisiert wurde, streiche ich ihn und überdenke sowohl Klarheit als auch den Detailgrad zukünftiger Berichte über die Tätigkeit des Bundesvorstands). Die anwesenden Vorstände stehen hinter den Werten Respekt, Vision, Datenschutz, Ehrlichkeit, Empathie, Mut, Integrität und wollen bei ihrer Tätigkeit sowie privat diese allen anderen Piraten vorleben. Mehr dazu gibt es hier.

Bericht über BundesIT-Konferenz

Wir diskutierten darüber, wie die IT in Zukunft arbeiten möchte und wird, und welche Altlasten es noch gibt. Ausgangspunkt war ein Bericht vom Treffen der SG IT. Auch wenn es als solches aufgrund der fehlenden Ressourcen nicht innerhalb der kommenden 12-24 Monate erreichbar ist, so wollen wir als Organisation auf BSI Grundschutz hinarbeiten.

Struktur der SG Öffentlichkeitsarbeit

Derzeit liegt noch viel Verantwortung und Arbeit bei den zuständigen Bundesvorständen. Wir diskutierten über Wege der Organisation und Selbstorganisation des Teams für mehr Souveränität.

Außenkommunikation

Kern und Ursprung der Piratenpartei (Digitalisierung, Datenschutz, Netzpolitik und Bürgerrechte) sind in den Hintergrund geraten, andere Themenfelder haben in letzter Zeit mehr Aufmerksamkeit erhalten. Wie gehen wir damit um? Ist unser Fokus verrutscht – ist das gut oder schlecht? Die Diskussion, wie wir inhaltlich zukünftig nach außen auftreten wollen, wurde angestoßen und wird begleitet von verschiedenen Initiativen weiter fortgeführt.

Piratenkompass

Vorstellung der Idee eines Piratenkompass. Dies ist eine Darstellung des Wahlprogramms/Grundsatzprogramms in Kurzform und sprachlich vereinfacht. Dies soll erleichtern, dass man unsere Themen kennt und versteht, denn die Programme selbst sind zu umfangreich und häufig zu kompliziert formuliert.

Öffentlichkeitsarbeit

In der Vergangenheit erhielten Mitglieder Vollzugriff auf die Social Media Kanäle. Hier muss immer noch ein Accounting eingerichtet werden. Gleichzeitig bietet sich die Möglichkeit, durch ein Social Media Management Tool die Arbeit zu erleichtern, auf mehr Schultern zu verteilen, und sie durch mehr Möglichkeiten attraktiver zu machen. In den letzten Monaten wurden hier mehrere Tools gesichtet und ausprobiert, und nun der Kandidat Facelift vorgestellt.

Zur Weiterbildung insbesondere im Bereich Social Media organisieren wir ein Expertenseminar.

Buchhaltung und Schatzmeisterei

Es gab einen Überblick über den aktuellen Stand im Sage-Drama und einen Ausblick auf die weiteren Schritte. Wir sind als Bundesvorstand also auf alles vorbereitet. Ebenso haben wir besprochen, wie wir mit den Gliederungen umgehen, von denen uns immer noch die notwendigen Informationen zur rechtzeitigen Abgabe des Rechenschaftsberichts fehlen. Außerdem befassten wir uns erstmals als Bundesvorstand mit dem Budgetplan für 2022.

 

Sendet uns eure Gedanken gerne an vorstand@piratenpartei.de, kommt bei Fragen gerne auf uns zu.

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