Am Rande eines früheren Treffens mit Bernd hat René Obermann, Vorstandsvorsitzender der Telekom, den Bundesvorstand der Piraten zu einem Kennenlerntreffen eingeladen. Am 12.6 kamen Bernd, Sebastian, Klaus sowie Philipp Brechler und Markus Brechtel der Einladung nach und trafen uns mit dem Top-Management der Telekom in Berlin. Neben René Obermann waren aus dem Vorstand noch Niek Jan van Damme (Vorstandsmitglied Deutschland)) Bruno Jacobfeuerborn (Geschäftsführer Technik) sowie die Herren Wolfgang Kopf (Leiter Politik und Regulierung) und Fritz-Uwe Hofmann (Leiter Politische Interessenvertretung Deutschland) anwesend.

Wir unterhielten uns etwa zwei Stunden über verschiedene netzpolitische Themen, Software- und Genpatente, die gemeinsame Ablehnung von Zensur im Internet, tauschten uns über Themen wie den notwendigen Breitbandausbau und seine Finanzierung aus. Zum Schluss gab es noch ein anregendes Gespräch über Netzneutralität und unser jeweiliges Verständnis davon. Das Gespräch fand in einer lockeren und freundlichen Atmosphäre statt und ging fachlich nicht besonders tief.

Wichtigstes Signal des Gesprächs war wohl das klare und deutliche Bekenntnis von Herrn Obermann und seiner Kollegen, dass die Telekom in keinster Weise beabsichtigt, Netzsperren oder Zensurtechniken wie „Deep Packet Inspection“ ein- oder umzusetzen. Beim Thema Vorratsdatenspeicherung wird die Telekom nur die gesetzlichen Vorgaben umsetzen. Man sieht sich da in einer gesellschaftlichen Verantwortung und will dieser gerecht werden, das Bekenntnis der Ablehnung von Zensur etc. gäbe man uns „gern auch schriftlich“.

Wir haben vereinbart, den Kontakt aufrecht zu erhalten und spätere Gespräche auf Fachebene zu initiieren, ohne dabei schon konkret geworden zu sein. Der Telekomvorstand vermittelte das Bild eines sich seiner gesellschaftlichen Verantwortung bewussten Gremiums und wir konnten das Bild einer „erfrischenden“ Politik da lassen und deutlich machen, dass man die Piraten ernst nehmen kann.

Annehmlichkeiten: Es gab ein kleines Buffet, Wein, Kaffee und Wasser auf (uns unbekannte) Kosten der Telekom.

6 Kommentare

  1. 1

    Frauen unerwünscht oder nur „Zufall“? Oder weils um Technik ging?

    Der Unterschied zwischen aktiver und passiver Ausgrenzung ist keiner. Am Ende zählen Taten und keine billigen Worte im Umgang.

  2. 2

    Vermutlich werde ich jetzt gleich verbal verhauen, aber eine Frage habe ich: gibt es eine Chance, bei so einem Gespraech mal das Thema Unterstuetzung anzusprechen? Ich vermute mal, dass eine Firma wie die Telekom kaum Interesse an der derzeitigen Richtung hat. Wenn die uns also unterstuetzt (finanziell, mit Hardware oder mit Leistungen) waere das doch durchaus in unserem Interesse, oder?

    Oder gibt es dazu schon eine Entscheidung, dass wir hier nichts annehmen? Ich meine mich zu erinnern, dass die diversen Parteispenden-Skandale primaer aufgrund schlechter Verbuchung und Versuchen, dies zu vertuschen passiert sind…

    • Klaus Peukert

      Wir haben dieses Thema nicht angesprochen, da sich zunächst die Partei einigen muss, wie und ob mit solchen Dingen umgegangen wird.

  3. 3

    Wie ist es geplant, den Kontakt aufrechtzuhalten. Gibt es eine Agenda von Punkten, die jede Seite erarbeiten möchte, bis zum nächsten Treffen. In welchem Turnus.
    Ansonsten eine sehr positive Nachricht.

  4. 4

    Servus Bernd gut das man Ueit braucht
    Ein Vorschlag das Prinzip vom Echolot verwenden
    Jedes U-Boot braucht Signale viel Erfolg

    Henry

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