In den vergangenen Monaten haben sich einige Designer getroffen, um die Kampagne für die kommende Bundestagswahl vorzubereiten. Einige Fragen sind dafür aber noch zu klären – so unter Anderem die Medienstrategie. Hiermit möchte ich Interessierte einladen, sich an der Debatte um die Medienstrategie zu beteiligen. Zu beantworten sind dabei u.A. die Fragen
- Wer ist die Zielgruppe der Kampagne?
- Wie sollen die Menschen angesprochen werden?
- Was ist die „Tonlage“ der Kampagne?
- Welche Medien stehen zur Verfügung, welche sollen primär bedient werden?
- Was benötigen wir dafür noch?
Bitte beachtet, dass es nicht um die grundsätzliche und inhaltliche Ausrichtung der Kampagne geht, sondern ausschließlich um medienstrategische Fragen. Insbesondere sollen die Alternativen gesammelt und ein Vorschlag für den Bundesvorstand und die Gestalter ausgearbeitet werden.
Interessierte werden gebeten, sich auf der Wikiseite einzutragen.
Fragen zur SG und der Zielsetzung beantworten euch für den Bundesvorstand Sebastian Nerz und für die Designer Christophe Chan Hin.
Liebe Parteifreunde,
mit geschickten Public Relations könnten wir, ungeachtet unseres unglücklichen Verhaltens, die Kuh wieder vom Eis holen, in welches wir sie alle zusammen getrieben haben.
Unsere Zielgruppe besteht aus den Bürgern, die unzufrieden mit dem politischen Status Quo sind, und sich eine bessere und angenehmere Zukunft wünschen, ehrlichere Politiker, und aus einem Teil der Nichtwähler. Das sind unsere potentiellen Wähler, und natürlich auch unsere eigene Basis.
Auf diese Zielgruppe sollten wir uns konzentrieren, und ansprechen wie Freunde, wie Menschen, denen wir uns solidarisch verbunden fühlen. Es muss medial ein Geist verbreitet werden, der ausdrückt: “Wir gegen die!” Der Ton sollte frech, aber freundlich und human sein, keinesfalls aber verletzend, auch nicht gegenüber dem politischen Gegner!
Das wichtigste Medium wird, meiner Ansicht nach, der TV – Wahlwerbespot sein. – Wahlwerbespots sind im allgemeinen unglaublich dümmlich und mies gemacht, besonders die von kleinen Parteien, oder? Ich muss mich da immer fremdschämen. Das eröffnet uns die einmalige Chance, uns da sehr positiv hervorzuheben!
Jede Mühe, die in einen, oder sogar mehrere TV Spots gesteckt wird, wird sich unter Garantie sehr lohnen. Unser Spot muss richtig gut werden, er muss ein Hit sein, und das sogar ungeachtet seines Inhalts! Er muss alleine schon wegen der Machart beachtet werden!
Unser Wahlwerbespot sollte dabei keinesfalls belehrend, sondern hilfreich wirken, AHA – Erlebnisse zur Folge haben, unsere Zielgruppe muss sich verstanden fühlen, und erkennen, dass die Piratenpartei im Moment die einzige Partei ist, und für lange Zeit sein wird, die kompromisslos auf ihrer Seite steht, und die die Absicht hat, für sie auf höchster politischer Ebene zu kämpfen. Und dass diese Chance einmalig ist, und so schnell nicht wieder kommt. Und dazu benötigt unsere Partei, die eigentlich eine Bürgerinitiative ist, das Vertrauen.
Was wir, bis zur BTW unbedingt vermeiden müssen ist, uns weiter selbst zu zerfleischen. Etwas mehr Solidarität und Sorgsamkeit im Umgang mit unserem Bundesvorstand mag ebenfalls hilfreich sein. Die Basis sollte, wenn es geht, nicht immer gleich die Kanone rausholen, wenn mal ein Fehler gemacht wird. Der Schuß richtet oft mehr Schaden an, als der Grund, warum man geglaubt hat, schießen zu müssen!
[...] Portal des Bundesvorstandes – In den vergangenen Monaten haben sich einige Designer getroffen, um die Kampagne für die kommende Bundestagswahl vorzubereiten. [...]
Zu diesem Thema, gab es nach der Landtagswahl in NRW mal einen Fragenbogen von einer Universität in Schottland. Da waren auch die verschiedenen Kampagnenmöglichkeiten aufgelistet.
Ich denke die Kampagne sollte in die Richtung Mitmachen gehen. Anstatt klassischen Wahlkampf vielleicht auch mal das eine oder andere neue probieren. Damit meine ich jetzt nicht die Menschen mit Telefonanrufen zu nerven, sondern eher klassischen Guerilla-Wahlkampf.
Was die Medien angeht, so ist mein Eindruck, dass viele eine bestimmte politische Tonlage haben.
Medienstrategie und Inhalte lassen sich nicht trennen. Die Frage nach der Zielgruppe ist eine inhaltliche. Denn meine Inhalte fur eine Altersgruppe 50 Plus müssen ja anders aussehen als für die Gruppe 18 Plus. Wer immer eine Medienstrategie erarbeiten soll, muss über den Inhalt mitreden können, oder die ” Kampagne” geht an allen Zielgruppen und Zielsetzungen vorbei.
Das einzige was mir nicht klar ist: Handelt es sich bei den Designern um Piraten? Ich habe kein Vertrauen mehr, dass der Vorstand sich der Basisdemokratie verpflichtet fühlt. Ich bin dafür, dem Vorstand eine Chance zu geben. Aber nicht so. Warum steht da nichts von einer AG, PG, UG? Sind die Designer in eine der AGs Öfentlichkeitsarbeit, Medien etc. eingebunden? Wo kann man sich anschließen? Oder nun unter Ausschluss der Basis? Ich möchte nur Piraten mit meiner Arbeit ehrenamtlich unterstützen. Ansonsten fühle ich mich betrogen. Meine Gründe, warum ich mich bei den Piraten einbringe: Transparenz, Datenschutz, Basisdemokratie und mein favorisiertes Ziel: BGE. Viele Grüße Wika
Ahoi,
ich muss einigen meiner Vorredner beipflichten. Jede Zielgruppe hat andere Sorgen. Die Mutter die mit 70 durch die 30ger Zone rauscht, weil sie einfach keinen 3/4 oder Ganzttagsplatz in der Kita bekommt, wird eher daran interessiert sein, was wir dazu zu sagen haben anstatt das ein BND-Mitarbeiter ihre fünf EMails im Monat mitliest.
Eine Gruppe die ich selber vertrete, nämlich die Homosexuellen, nehmen teilweise die Gleichstellungspolitik der CSU ernster als die der Piraten, weil wir einfach nicht bekannt sind. Da wird ein “Transparenz, Transparenz, Transparenz”, so wichtig es sein mag, nur ein sarkastisches “Ach, ihr seit für Spiegel an der Schlafzimmerdecke” sorgen.
So grausam es für einige auch sein mag, aber wir sind im Alltag der Politik angekommen und müssen endlich mehr sagen als “Transparenz, Bürgerrechte” … Da ist jeder dafür, die Bürger erwarten aber jetzt endlich auch eine Aussage, wie das in der Realität umgesetzt werden soll … und ob sie im nächsten Jahr immer noch mit 70 durch die 30ger Zone brettern müssen um ihr Kind rechtzeitig von der Kita abzuholen.